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14:08 17.05.2021
Richard Stephanus 1960. DTV Hannover Archiv

Richard Stephanus bringt das Tennis zurück nach Hannover 

Er war 16 Jahre Vorsitzender des DTV Hannover. Und damit bis heute der am längsten im Amt verbliebene Präsident des Vereins. Doch nicht allein diese Tatsache ist es, die Richard Stephanus unvergessen und zu einem der wichtigsten Männer der Historie macht. Es gibt diesen einen Brief, der ihn bereits zu Lebzeiten zu einer Legende werden ließ.

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Gemeinsam mit Gottfried von Cramm war es Stephanus, der nach dem Zweiten Weltkrieg durch einen Rundbrief alte Tennisfreunde nachdrücklich und erfolgreich wieder zusammenrief und Tennis auferstehen ließ. Seiner Initiative ist nicht nur das Wiederaufleben des Tennis im DTV zu verdanken, sondern auch die Gründung des Deutschen Tennis Bundes (DTB) und des damaligen Niedersächsischen Tennisverbandes (NTV).

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Mit der Neugründung des DTB im Jahre 1949 wurde er zu dessen Präsidenten gewählt und blieb bis 1951 im Amt. Er wurde auch erster Vorsitzender des NTV und eben seines Vereins, des DTV, an dessen Spitze er zwischen 1945 und 1961 stand. Seiner Tochter Ditta vererbte er die Leidenschaft für das Tennis und für den DTV – sie war von 1991 bis 1996 Vorsitzende. Wie bei ihrem Vater ist diese Zeit ein Unikat – bisher ist sie nämlich die einzige Frau, die den Verein führte.

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Sportlich verbuchte Richard Stephanus seinen größten Erfolg1924 mit dem Erreichen des Endspiels im Einzel bei den Deutschen Meisterschaften. Über 20 Jahre später gewann er die Deutsche Seniorenmeisterschaft und weitere Titel im Einzel und Mixed. Für seine Verdienste wurde ihm die Goldene Ehrennadel des DTB verliehen. Verdient – fraglos. Allein für diesen legendären Brief, den er einst verfasste.

Gottfried von Cramm schreibt in Wimbledon Tennisgeschichte

In den DTV trat Baron Gottfried von Cramm bereits 1924 ein. Auch wenn er seine großen Erfolge unter dem LTTC Rot-Weiß Berlin erreichte, blieb er bis zu seinem Lebensende dem DTV treu. 1946, in den Stunden der Wiedergründung des Vereins, stellte er sich neben Richard Stephanus als zweiter Vorsitzender zur Verfügung. Auf dem Platz wurde er bereits 1936 zu einem bis heute geltenden Vorbild eines fairen Tennisspielers. Gerade hatte er zum zweiten Mal im Wimbledon-Finale gegen Fred Perry verloren. Da bat er den Schiedsrichter um eine Durchsage, die ihm weltweite Anerkennung bescherte: „Herr Gottfried von Cramm bittet für die schwache Leistung um Entschuldigung. Er verletzte sich im zweiten Spiel des ersten Satzes, wollte das Finale aber nicht ausfallen lassen. Es tut ihm leid, dass er keine bessere Leistung zeigen konnte!“

Im Hockey feiert der DTV immer wieder große Erfolge

Die Sportart Hockey hat eine sehr viel kürzere Historie im DTV als die Grundsportart Tennis, auf deren Basis der Verein gegründet wurde. Erst 1953 wurde die Sparte gegründet. Doch dies erwies sich wie in vielen anderen Vereinen als guter Schritt. Die Kombination Einzel- und Mannschaftssport brachte neue Sportler, neue Erfolge und viele neue Mitglieder.

Ein Beispiel ist der Eilenriede-Cup, den der DTV seit 1976 austrägt: Schnell erreichte das Turnier einen überregionalen Ruf und den inoffiziellen Titel des „größten Jugendhallen-Turniers Europas“ mit zeitweise bis zu 44 Mannschaften und 500 Teilnehmern.

Derzeit starten 16 Hockeymannschaften – vier bei den Erwachsenen, zwölf bei den Jugendlichen – in den verschiedenen Spielklassen. Spielerische Highlights liefern die Herren, die immer wieder in die höchsten deutschen Ligen vorstoßen.

Saison mit Erinnerungswert

Zum ersten Mal in der Clubgeschichte bewältigte das Team 2008 den Sprung in die 1. Bundesliga. Besonders beachtenswert, da es sich um eine Mannschaft mit vielen DTV-Eigengewächsen handelte: Julius Schulze-Borges, Benjamin Schütz und Bastian Okroy gehörten zu dem Team.

Alles Spieler, die seit ihrer Kindheit im DTV spielten und auch heute ihren Wiedererkennungswert haben: Schulze-Borges als derzeitiger Vorsitzender, Hockeyvorstand Schütz und Trainer Okroy hinterlassen ihre Spuren für die Zukunft nicht nur als Aktive auf dem Hockeyplatz.

Zum Bundesligastart gelang dem DTV mit Nationalmannschaftsspieler Florian Keller eine grandiose Verpflichtung. Er trug maßgeblich mit seinen Toren zum Erreichen des vierten Platzes bei. Am Ende führte Keller im DTV-Trikot sogar die landesweite Torschützenliste an. Und es sollte noch besser kommen: Keller veredelte sich das Jahr mit dem Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Peking.

Zahlreiche Highlights schmücken die Tennishistorie des DTV

Die Tennisspieler des DTV stehen auf zahllosen Siegerlisten. In Niedersachsen, in Deutschland und auch international. Aktuell sind es die beiden 18-jährigen Juniorinnen Angelina Wirges und Nicole Rivkin, die zu den Bundeskadern gehören und auf dem Sprung ins internationale Tennisgeschehen stehen. Die Damenmannschaft ist durch die Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga das Aushängeschild. Insgesamt starten 22 Teams in den Spielklassen der Damen, Herren und Altersklassen sowie 38 Jugendmannschaften im Punktspielbetrieb. Unter ihnen viele in den höchsten regionalen und überregionalen Ligen. Damit gehört der DTV zu den stärksten Vereinen im Tennisverband Niedersachsen-Bremen (TNB).

Unvergessene Weltmeisterschaft

In der Geschichte des DTV gibt es eine Woche, über die noch heute gesprochen wird: die Weltmeisterschaft der Senioren im DTV. Es reiste ein Großteil der weltbesten Tennisspieler der Altersklassen an, zum Beispiel ein gewisser Anders Jarryd bei den Herren 40. Der Schwede hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einige Grand-Slam-Siege als Doppelspieler in der Tasche. Ein weiteres Highlight war der Schaukampf zwischen dem ehemaligen Wimbledon-Champion Michael Stich und Ball-Artist Mansour Bahrami. Über 2000 Zuschauer wollten die Ballkünste der beiden Virtuosen sehen – da saß so mancher Fan auch schon einmal in der Hecke oder auf dem Balkon des Sekretariates.

Abseits der Plätze herrschte eine Woche lang Partystimmung. Es gab einen Empfang im Neuen Rathaus und abends wurde überwiegend am Pool gefeiert.

Tennisdamen steigen in Eliteliga auf

Mit dem Aufstieg 2013 in die 2. Bundesliga und spätestens seit dem ersten Jahr in der 1. Bundesliga 2016 haben die Tennisdamen des DTV ihren Platz in den besten nationalen Ligen. Seitdem begeistern sie regelmäßig die Zuschauer, von denen auch schon mal bis zu 800 auf die beiden Center-Courts im DTV strömen. In diesem Jahr wurden die Begegnungen aufgrund der Pandemie vom eigentlichen Spieltermin Mai in den August verschoben.

Keine Frage: Was die DTV-Damen zeigen, ist schlichtweg hochklassiges Tennis. Von zum Teil namhaften Spielerinnen. Die ehemalige Nummer sieben der Welt, Patty Schnyder, gehörte zeitweise ebenso zum DTV-Team wie Anna-Lena Grönefeld. Sie ist es übrigens, die Wimbledon und Roland Garros im Mixed gewinnen konnte. Und dann sind da noch die Nachwuchstalente aus der TennisBase Hannover, dem Bundesstützpunkt des Deutschen Tennis Bundes. Sie bilden die Basis für die Zukunft.

Herren 30 erobern die Bundesliga

2003 Regionalliga – 2004 Aufstieg in die 2. Bundesliga – 2005 Aufstieg in die 1. Bundeliga. Die Herren 30 waren im Tennis im ersten Jahrzehnt der 2000er die absolute Vorzeigemannschaft. In den fünf Jahren in der höchsten deutschen Spielklasse entwickelte sich das Team zu einem echten Zuschauermagneten. Kein Wunder, denn die Spieler hatten schon Jahre zuvor zu ihren Junioren- und Aktivenzeiten für Nervenkitzel bei den hannoverschen Tennisfans gesorgt. Damals spielten Sascha Nensel, Arne Thoms, Ingo Kroll, Jörn Grunewald und Ingo Herzgerodt noch für den HTV in der 1. Bundesliga.

Mit Karol Kucera und Martin Damm wurden zudem zwei absolute Weltklassespieler für Einzel und Doppel verpflichtet. Und ausgerechnet Karol Kucera, der Punktegarant und Sympathieträger war es, der 2008 einen eigentlich kinderleichten Volley beim Matchball gegen den Gladbacher THC beim Stande von 4:4 im entscheidenden Doppel versiebte. Es wäre der Volley zum deutschen Meistertitel gewesen. So ging der entscheidende Tiebreak mit 10:12 verloren.

Herzlichen Dank


Der DTV bedankt sich bei allen Partnern und Sponsoren, die diese Beilage möglich gemacht haben. Durch Ihre Unterstützung war es zudem in den vergangenen Jahren möglich, zahlreiche Ideen und Pläne erfolgreich zu realisieren. Alle aktuellen und für die Zukunft geplanten Projekte sind nur mit der Unterstützung und Hilfe von Partnern und Sponsoren möglich.

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