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Home Sonderthemen Hannover Stadt Nord Der Christmas Cake duftet im ganzen Haus
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08:07 03.01.2019
Alles Liebe wünscht Ada

Dieses Jahr werde ich mein Weihnachtsfest in Kapstadt in Südafrika verbringen, denn hier lebe ich während meines Auslandsjahres in einer Gastfamilie. Anfang Dezember war unser kleines Haus überhaupt noch nicht weihnachtlich geschmückt, und ich war die einzige Person, die Weihnachtslieder hörte. Außerdem habe ich schon einige Geschenke gekauft und ganz leckere Plätzchen gebacken, um mich aufs Fest einzustimmen. In den Shopping-Malls bemerkt man das herannahende Fest am meisten, denn diese sind über und über mit Schmuck, Lametta und Lichterketten behängt. Wir werden am Wochenende in ein Kinderheim gehen, dort einen Weihnachtsbaum aufstellen und schmücken und dann die „Santa Shoe Boxes“ darunterlegen.

Ich vermisse hier den Adventskalender, den ich bekommen hätte, und die damit verbundene Tradition meiner Familie: Jeder von uns Kindern bastelt einen Adventskalender für einen Erwachsenen und umgekehrt. Weihnachtsstimmung kam nur allmählich auf, aber das kommt wohl daher, dass wir hier im Süden jetzt Sommer haben und es ständig heißer wird. Deshalb vermisse ich ein wenig das kalte Wetter, das gemütliche Drinnensitzen und Kekseessen und natürlich den Schnee. Wenn es in Hannover weiße Weihnachten geben wird, werde ich sehr neidisch sein. Als Ausgleich haben wir hier die langen Sommerferien, und das bedeutet, dass der ganze Dezember frei ist und viel Zeit für Weihnachtsvorbereitungen bleibt. Meine Gastmutter hat den traditionellen Christmas Cake gebacken, und das ganze Haus hat danach geduftet. Es war herrlich, aber leider muss der Kuchen bis Heiligabend ruhen.


Sie hat mir außerdem von unseren Plänen für die Feiertage erzählt: Nach britischem Vorbild ist der 24. Dezember eigentlich nicht wichtig und ein Tag wie jeder andere, aber ich habe vor, mit meiner Gastmutter in die Mitternachtsmesse zu gehen. Ich bin sehr gespannt, wie der südafrikanische Gottesdienst so ablaufen wird. Am 25. Dezember, dem Christmas Day, ist es hier üblich, ein großen Mittagessen mit der ganzen Familie zu haben. Der Sohn meiner Gastmutter hat uns zu sich nach Hause eingeladen. Dort werden wir den Tag im Garten und am Pool genießen. Das Essen wird mit viel Leidenschaft von meiner Gastmutter und ihrer Schwiegertochter gekocht, und es wird vermutlich einige Salate, Rind, Hähnchen, Christmas Pudding, Christmas Pies und noch vieles mehr geben. Wahrscheinlich „braaien“ (grillen) die Männer auch, denn das gehört überall dazu. Von den restlichen Plänen lasse ich mich gern überraschen.

Ich denke nicht, dass es hier eine richtige Bescherung mit Weihnachtsbaum und Glocke gibt, zumindest nicht in meiner Familie. Ich bin die Jüngste von vier Minderjährigen. Die Geschenke werden wohl beim Lunch überreicht. Deshalb werde ich wahrscheinlich das ungeduldige Verhalten meines Cousins und meines Bruders wie an jedem Heiligabend vermissen. Vielleicht wird es auch einfach nur ganz entspannt werden. Ich warte schon total neugierig auf mein Paket, das meine Eltern mir von zu Hause geschickt haben. Außerdem werden wir beim Lunch noch Knallbonbons mit unseren Sitznachbarn öffnen und uns an den Kleinigkeiten erfreuen. Am zweiten Weihnachtsfeiertag ist es dann in Kapstadt Tradition, dass jeder an den Strand geht. Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr auf dieses einmalige Weihnachten und glaube, dass es für dieses Jahr kein besseres geben könnte. Es wird eine großartige Erfahrung für mich sein, Weihnachten im Sommer und mit einer ganz anderen Familie zu feiern.

Ich wünsche allen, insbesondere meiner Familie und meinen Freunden ein wunderschönes und besinnliches Weihnachtsfest und eine tolle Zeit. Auch wenn ich dieses Jahr nicht bei euch sein werde, denke ich an euch und freue mich schon auf das nächste Jahr, wenn wir wieder alle gemeinsam feiern werden und ich meine neu gewonnenen Eindrücke mit einbringen kann. Ich vermisse euch sehr, aber genieße mein Leben hier total. Ada Abelmann


Schokolade aus dem Adventskalender schmeckt auch bei Hitze

Frohes Fest, Lasse
Frohes Fest, Lasse

Ich befinde mich zurzeit circa 7000 Kilometer südlich meiner Heimat in Ghana, genauer gesagt in Koforidua, der Hauptstadt der Eastern-Region mit etwa 100 000 Einwohnern. Hier absolviere ich einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in einem Krankenhaus.

Trotz der heißen Temperaturen hat auch hier die Weihnachtsstimmung Einzug gehalten. Im Supermarkt hängt Lametta, die Gottesdienste drehen sich immer mehr um das Thema der Heiligen Nacht und die mehr oder weniger fahrtüchtigen Taxis werden dekoriert.

Meine Eltern haben mir vor einigen Wochen einen Hannover-Adventskalender per Post geschickt, damit ich auch hier jeden Dezembermorgen bis Heiligabend mit Schokolade starten kann. Er hat zwar etwas unter dem Postweg und der Hitze gelitten, die Schokolade schmeckt aber immer noch genauso lecker. Lasse Just

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