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19:40 26.09.2021
Dringend gesucht: Vor allem Spezialistinnen und Spezialisten für die Verarbeitung großer Datenmengen werden immer wichtiger. iStockphoto.com/brankokosteski

Daten sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts. Aus diesem Grund sind Spezialistinnen und Spezialisten, die Daten auswerten und das auch noch technisch umsetzen können, gefragter denn je. Weil sich die IT-Branche rasend schnell verändert, entstehen immer schneller neue Berufsbilder – vom Data Engineer bis zum Data Steward. Berufsanfängerinnen und -anfänger stellt diese Entwicklung vor die Frage: Wie soll ich mich entscheiden?

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Ganz klassisch: Informatikstudium an einer Universität

Der klassische Weg in dieses Berufsfeld führt über das Informatikstudium an einer Universität. „Das ist für alle interessant, die das Fach in aller Tiefe erlernen wollen, vielleicht in die Forschung gehen möchten und mathematisch versiert sind“, sagt Anke Panhorst von der Berufsberatung der Agentur für Arbeit in Hannover. Mehr Anwendungsbezug hätten Studiengänge der Angewandten Informatik der Fachhochschulen mit weiteren fachwissenschaftlichen Inhalten wie etwa Software Engineering, Informationssysteme oder Computergrafik.

Das duale Studium bietet in der Regel mehr Praxisnähe

Wer bestimmte Anwendungsfelder im Blick hat, sollte auf die spezialisierten Informatikstudiengänge und interdisziplinären Angebote sehen, empfiehlt die Beraterin. Ein Beispiel sei der Studiengang Informationsmanagement an der Hochschule Hannover, bei dem es um die Planung, Nutzung und Steuerung von Wissen und um Datenverarbeitung geht.

„Das duale Studium verbindet zudem betriebliche Praxis mit Studieninhalten und wird in verschiedenen Varianten angeboten“, erläutert Panhorst. „Die Berufseinsteiger arbeiten regelmäßig im Unternehmen und setzen dort in Projekten um, was sie parallel an der Hochschule lernen.“ Dabei werde der dual Studierende meist vom Unternehmen bezahlt, das auch mögliche Studiengebühren trägt. „Das Tolle ist, dass man schon früh Kontakte ins Unternehmen knüpft und hohe Übernahmechancen hat“, so die Expertin.



Interkulturelles Arbeiten, Kreativität und Teamfähigkeit sind heute ein absolutes Muss in diesem Berufszweig.

Anke Panhorst, Agentur für Arbeit Hannover


Fachschulen setzen auf Spezialisierung

Zahlreiche Spezialisierungsmöglichkeiten biete außerdem die Ausbildung zur Informatikassistentin bzw. zum Informatikassistenten an einer Fachschule. „Die Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger lernen an speziellen Schulen, sind dabei aber – anders als beim dualen Studium – nicht gleichzeitig bei einem Unternehmen angestellt“, sagt Panhorst. Schülerinnen und Schüler könnten zwischen Schwerpunkten wie Allgemeine Informatik, Medieninformatik oder Softwaretechnik wählen.

Großer Bedarf im öffentlichen Dienst

Im öffentlichen Dienst gewinnt die Digitalisierung derzeit stark an Bedeutung. „Hier bewegt sich einiges“, sagt Panhorst. Sie verweist etwa auf das duale Studium am Informationstechnikzentrum Bund für eine Karriere in den verschiedenen Bundesbehörden sowie auf das Stipendium des Landes Niedersachsen. Dieses unterstützt Studierende im Studiengang Verwaltungs­informatik an der Hochschule Hannover.

Anwendungsfelder auch ­ in Ausbildungsbetrieben

Der Leidenschaft für Informatik können Berufsanfängerinnen und -anfänger aber nicht nur an einer Hochschule, sondern auch in Ausbildungsbetrieben nachgehen. „Die Ausbildung zum Fachinformatiker und zur Fachinformatikerin ist neu geregelt worden und bietet diverse Möglichkeiten zur Spezialisierung“, sagt Panhorst. Dazu zählen die Anwendungsentwicklung – also die Software- und App-Programmierung, Systemintegration und die digitale Ver­netzung – sowie die Daten- und Prozessanalyse. Letzteres lernen zum Beispiel die Azubis bei Airbus in Stade. Sie analysieren Produktions- und Geschäftsprozesse des Flugzeugherstellers und arbeiten daran, sie technisch zu optimieren.

IT-Spezialisten: Teamplayer statt Einzelkämpfer

Mit einem Vorurteil, das sich offenbar hartnäckig hält, räumt Beraterin Panhorst in aller Deutlichkeit auf: IT-Spezialisten seien keineswegs Eigenbrötler und Einzelgänger. „Interkulturelles Arbeiten, Kreativität und Teamfähigkeit sind heute ein absolutes Muss in diesem Berufszweig“, betont sie.

Ist dein Interesse geweckt? Dann vereinbare mit dem Team Berufsberatung der Agentur für Arbeit in Hannover einen Termin – einfach per E-Mail an hannover.berufsberatung@arbeitsagentur.de. Weitere Infos über Studiengänge findest du auf der Homepage Arbeitsagentur.de/Studiensuche, Infos über Ausbildungsmöglichkeiten unter Planet-Beruf.de. Wer wissen will, was zu seinen Fähigkeiten und Vorlieben passt, sollte das Erkundungstool der Bundesagentur für Arbeit, Check-U, testen. Von Oliver Züchner

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