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08:29 05.11.2021
Die Zuckerfabrik in einer Aufnahme von 1960. Rechts oben ist die Parkstraße zu sehen. Foto: Archiv Region Hannover

Normalerweise flimmern auch im Anderen Kino am Sedanplatz 26a die neueren Angebote der Kinowelt über die Leinwand. In diesem Herbst allerdings bietet sich den Lehrterinnen und Lehrtern die Gelegenheit, in dem gemütlichen Kinosaal an der Bahnlinie in die eigene Vergangenheit abzutauchen. An vier Tagen im November und Dezember zeigt das Andere Kino den inzwischen legendären Film „Lehrter Bilderbogen 1959“. Der ist zwar keineswegs neu, aber die Gelegenheit, dieses historische Filmkleinod zu sehen, war in den letzten Jahren kaum bis gar nicht gegeben. Insofern ist es für Jüngere oder Neubürgerinnen und Neubürger eine gute Gelegenheit, Bilder aus längst vergangenen Zeiten zu entdecken. Für Alteingesessene ist es eine Möglichkeit, Vergleiche zu eigenen Erfahrungen und Erlebnissen zu ziehen.

Bei der Ansicht des Films wird aber auch deutlich, dass sich in den letzten sechs Jahrzehnten vieles geändert hat. Das gilt zum einen für die Zeiten an sich: Im schwarz-weiß gehaltenen Bilderbogen fahren noch ganz selbstverständlich Dampfloks durch die Stadt, und im Porträt des Rathausalltags ist von Computern naturgemäß nichts zu sehen. Man hat dabei auch den Eindruck, dass das Leben generell geruhsamer war als es heute ist.

Zum anderen kann kaum etwas wie ein solcher Film illustrieren, wie stark sich Lehrte seit 1959 verändert hat. Damals war es normal, an der Ahltener Straße oder der Burgdorfer Straße vor einem geschlossenen Bahnübergang zu stehen. Die Burgdorfer Straße selbst war damals noch eine viel befahrene Bundestraße. Und nicht zuletzt bestimmte gerade im Herbst die in der Innenstadt allgegenwärtige Zuckerfabrik das Lehrter Leben. Den typisch süßlichen Geruch der Rübenkampagne kann der Film allerdings nicht zurückbringen – was so manche alteingesessenen Lehrterinnen und Lehrter durchaus bedauern dürften.

Mit der Aufführung des historischen Zeitdokumentes ist es nicht allein getan. Eingebettet sind die Vorführungen in eine Ausstellung historischer Fotos, die zum großen Teil aus dem Stadtarchiv, aber auch aus privater Quelle stammen.

Die Veranstalter – das Andere Kino, das Stadtmarketing sowie die Kulturabteilung und die Wirtschaftsförderung der Stadt – laden am ersten Vorführungstag, dem 10. November, zu einer Vernissage ein. Bürgermeister Frank Prüße wird den Abend um 19 Uhr eröffnen. Thorsten Hoppe-Hartmann, Historiker am Filminstitut der Hochschule Hannover, hält danach einen kurzen Vortrag über Heimatfilme als historische Quelle. Um 20 Uhr beginnt der Film.

Weitere Aufführungen sind jeweils am 17. November (19 Uhr), 24. November (20 Uhr) und 1. Dezember (19 Uhr) geplant. Karten gibt es im Internet auf der Homepage des Anderen Kinos (www.das-andere-kino.de).

Einen Festpreis für die Eintrittskarten gibt es nicht. Es wird stattdessen um eine Spende an den „Verein für offene Jugendarbeit – Das Andere Kino“ gebeten.
  

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