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07:49 21.05.2021
Pfingsten ist neben Weihnachten und Ostern das dritte große Fest im Kirchenjahr: Die Christen feiern 50 Tage nach Ostern die Wiederauferstehung von Gottes Sohn. Foto: Holger Schué/Pixabay

Das Pfingstwochenende steht vor der Tür. Der Pfingstmontag ist ein gesetzlicher Feiertag. In normalen Tagen würden jetzt in jedem zweiten Garten die Grills angeschmissen, Ausflüge gemacht und gefeiert. Doch warum ist Pfingsten eigentlich ein Feiertag?

Die meisten Menschen in Deutschland – auch nicht-christliche – dürften wissen, dass zu Weihnachten nicht der Weihnachtsmann, sondern die Geburt Christi und zu Ostern nicht der Osterhase, sondern die Auferstehung Jesu feierlich begangen werden. Auch Pfingsten als gesetzlicher Feiertag hat einen christlichen Hintergrund. Das Pfingstfest ist nach den beiden oben genannten sogar das dritthöchste Fest der Christen, mit welchem sie das sogenannte Pfingstwunder oder die Geburtsstunde der christlichen Kirche feiern.

In der Apostelgeschichte im Neuen Testament steht geschrieben, dass sich 50 Tage nach Jesu Auferstehung dessen Prophezeiung erfüllte: Die Apostel, auch Jünger genannt, bekamen den Heiligen Geist eingehaucht. Sie waren in Jerusalem zusammengekommen, um das jüdische Wochenfest zu feiern, als ein Wunder geschah. Sie beteten gerade gemeinsam, als sich laut Bibel unter heftigem Rauschen Flammenzungen sich auf jedem einzelnen Apostel niederließen. Alle Apostel wurden vom Geist Gottes erfüllt, und sie konnten auf einmal alle Sprachen der Welt sprechen. So konnten sie allen Menschen von Jesus und seinen Taten erzählen und die christliche Religion in die Welt hinaustragen. Angeblich verbreitete sich der Glaube an Jesus schnell, und es entstanden die ersten christlichen Gemeinden. Dies war die Geburt der Kirche. Der Name Pfingsten ist aus dem Griechischen („Pentakoste“) abgeleitet und bezeichnet das Fest am 50. Tag nach Ostern.

Die ersten Pfingstfeste wurden vor etwa 1700 Jahren gefeiert. Viele christliche Feiertage haben im Zuge der Christianisierung ehemals heidnische Feste abgelöst. So auch Pfingsten, das auf vorchristlichen Bräuchen basiert, die mit der rituellen Ablösung des Winters durch eine neue Wachstumsperiode zu tun haben. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich etliche weltliche Pfingstbräuche entwickelt, die zumeist das Wachstum und die Fruchtbarkeit von Feldern und Weiden – aber auch der Menschen – beschwören. So werden vielerorts Pfingstbäume aufgestellt, die denselben Hintergrund haben wie Maibäume. Dafür wird ein Baumstamm mit bunten Bändern und einem Kranz festlich geschmückt. Ebenfalls Tradition hat das Schmücken von Quellen oder Brunnen mit Blumen und Birkenzweigen oder -stämmchen, an denen bunte Bänder und ausgeblasene bunte Eiern hängen. Entsprechende Pfingstbrunnenfeste gehen auf die germanische Verehrung von Quell- und Brunnengeistern zurück.

In manchen Kirchen werden rote Blütenblätter als Symbol für die Feuerzungen, mit denen der Heilige Geist sichtbar wurde, aus dem Kirchengewölbe heruntergelassen. In Süddeutschland gibt es Orte, wo Pfingstfeuer entzündet werden, als Zeichen der Erleuchtung und als Symbol für den Heiligen Geist. In Schwaben werden auch Flurumgänge und Prozessionen durchgeführt, mit denen man um den Wettersegen und eine reiche Ernte bittet.

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