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Home Sonderthemen Hannover Region Nord Danke, Mama und Papa – ein Traum wird wahr
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17:18 03.01.2020
Besinnliche Feiertage, eure Chantal Lorraine

Dieses Jahr ist wie im Flug vergangen, und nun steht Weihnachten vor der Tür. Das Fest wird diesmal einzigartig. Ich bin zurzeit am anderen Ende der Welt. In Neuseeland nämlich, dem Land der langen weißen Wolken, und ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen.
   

Das Fernweh hat mich hierhergezogen. Ein ganzes Jahr in eine neuseeländische Highschool zu gehen, das war vor fünf Monaten noch ziemlich unrealistisch für mich. Aber es passiert tatsächlich. Und dann auch noch Weihnachten im Hochsommer, am Strand und nach der Tradition meiner Gastfamilie: Für mich geht damit ein Traum in Erfüllung. Es ist ungewohnt, im Dezember aus dem Fenster zu schauen und so viel Sonnenschein zu sehen. Und dann geht man aus dem Haus und es ist warm. Ich trage Sommerklamotten, während es in Deutschland Winter ist.


Das ist unsere Gewinnerin


Weil meine Gastfamilie teils aus Südafrika kommt, werden wir trotzdem an Heiligabend feiern und nicht am 25. Dezember wie die Kiwis, wie die Neuseeländer scherzhaft genannt werden. Aber mit Sicherheit wird es trotzdem einzigartig. Die Traditionen einer anderen Familie und sogar einer anderen Kultur mitzuerleben ist sehr interessant und ein echtes Erlebnis. Natürlich werde ich auch meine richtige Familie vermissen, das typisch deutsche Weihnachtsgebäck und den Schnee. Aber man sollte stets Neues probieren, finde ich, und genau dies tue ich in diesem Jahr – 18 000 Kilometer von meiner Heimat entfernt. Trotzdem habe ich schon große Vorfreude. Denn das Fest der Liebe kennt keinerlei Entfernung, die Entfernung testet nur, wie weit die Liebe reisen kann.

Ich könnte nicht dankbarer sein. Die Möglichkeit, hier für zwölf Monate leben zu dürfen, ist nicht selbstverständlich. Ohne meine Eltern wäre dieser Traum nicht wahr geworden. Ich möchte mich für jeden Tag hier bedanken, denn das ist eine einmalige Chance für mich. Danke, Mama und Papa. Besonders an Weihnachten werde ich euch vermissen, aber die Zeit vergeht schnell, bald ist es Juli, und ich bin zurück. Genießt die Festtage! Chantal Lorraine Reifert
   

Joyeux Noël, eure Mira
Joyeux Noël, eure Mira

Die Weihnachtszeit im Ausland zu verbringen ist eine große Bereicherung. Plötzlich entdecke ich ganz neue Arten, Weihnachten zu feiern, und ich integriere diese neuen Traditionen vielleicht auch nächstes Jahr in mein Fest in Deutschland.

Durch mein Studium in Nancy bleibt meist nicht viel Zeit, andere Städte um Nancy herum zu besuchen. Doch gerade im Dezember haben die Studenten hier viel vorlesungsfreie Zeit, um dies nachzuholen. Somit besuchen wir nicht nur den Weihnachtsmarkt in Nancy, sondern auch die Märkte in Straßburg und Reims.

Eine besondere Tradition hat in Nancy auch der St. Nikolaus, der Süßigkeiten an die Kinder verteilt. Hierbei sind besonders Macarons, Chichis und Eclaires beliebte Spezialitäten. Die Nikolausparade ist für viele das absolute Weihnachtshighlight. Eine Wagenparade, die von verschiedenen Künstlern mitgestaltet worden ist, fährt dabei durch die Stadt. Dieses Jahr konnte man unter anderem ein etwa fünf Meter großes, beleuchtetes Pferd durch die Stadt „reiten“ sehen. Die ganze Prozedur erinnert sehr an deutsche Karnevalsumzüge.

Aber auch der typische Glühwein darf hier in Frankreich nicht fehlen. Dieses Jahr habe ich das Glück, den Weihnachtsmarkt direkt vor meiner Haustür zu haben. Das bedeutet einerseits, dass mein Zimmer fast dauerhaft nach frischen Waffeln riecht, aber auch, dass ich mir jeden Tag dieselben Weihnachtslieder anhören muss. Diese bestehen allerdings aus einer Dauerschleife von amerikanischen Weihnachtsliedern, die ins Französische übersetzt worden sind.

Die Geselligkeit und das häufige Treffen auf dem Weihnachtsmarkt sind durchaus Dinge, die die Weihnachtszeit hier besonders gesellig machen und den Alltag entschleunigen. Dass so viele verschiedene Kulturen in unserer Universität aufeinandertreffen, macht meine Zeit hier auch besonders. Wir integrieren unter anderem die Traditionen unserer japanischen, mexikanischen und kanadischen Freunde. Wir haben Buñuelos, süße Krapfen, gegessen und von der berühmten japanischen Weihnachtstorte erfahren. Am schönsten ist es aber, wenn ein Paket mit Süßigkeiten, Keksen oder einem Adventskalender aus der Heimat eintrifft. Man ist wohl niemals zu alt, um sich darüber wie ein Kind zu freuen. Dies habe ich auch festgestellt, als mein Mitbewohner in der Nacht zum ersten Advent in mein Zimmer gestürmt kam, mich geweckt hat, nur damit wir gemeinsam unser erstes Türchen im Adventskalender aufmachen können.

In diesem Sinne wünsche ich frohe Weihnachten und möchte besonders meine Großeltern und meinen Korbballverein grüßen. Mira Sommer
   

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