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16:04 12.10.2020
Entwicklungen im autonomen Fahren schaffen neue Arbeitswelten. Hier sind IT-Ingenieure gefragt für digitale Lösungen für Transport und öffentlichen Verkehr, etwa bei Siemens. Fotos: Siemens Pressebild

Die technischen Möglichkeiten und die immer weiter fortschreitende Digitalisierung eröffnen damit auch neue Geschäftsmodelle. So werden Maschinenbauhersteller mehr und mehr zu Anbietern von Platformlösungen. Die Automobilindustrie bietet heute deshalb nicht nur das Kraftfahrzeug selbst an, sondern weitere Mobilitätsleistungen rund um das „vernetzte Kraftfahrzeug“, und diese Entwicklung steht erst am Anfang. Ingenieure müssen deshalb weit mehr in Dienstleistungskategorien denken als nur in rein technischen Lösungen. Die Trends sind eindeutig. So wird die Informatik immer mehr an Bedeutung gewinnen. Bereits jetzt liegt die größte Wertschöpfung nicht in den Geräten selbst, sondern in deren intelligenter Steuerung. Erst sie lässt die Maschinen wirklich effizient arbeiten. Dazu lassen sie sich nicht nur digital steuern, sondern auch weitgehend digital warten, ohne dass ein Mechaniker oder Techniker direkt an der Maschine arbeiten muss. Das spart teure Standzeiten und natürlich auch Personal.

GVS Gesellschaft für Verkehrsberatung und Systemplanung mbH

Dringend gesucht: IT-Ingenieure

Aufgrund dieser Entwicklung sucht die Branche dringend nach Spezialisten, welche die beiden Welten Engineering und IT verbinden. In der Automobilindustrie schaffen die Elektromobilität und die Entwicklungen im autonomen Fahren neue Arbeitswelten, für die man spezialisierte Kräfte braucht. Die Digitalisierung, die durch die Pandemie nun noch einmal einen Schub nach vorn macht, ist ein weiteres Thema, das den Personalern in den Unternehmen Kopfschmerzen bereitet. Hier fehlen den Unternehmen Fachkräfte zur Implementierung und Weiterentwicklung. Insbesondere für den Aufbau von IT-Infrastrukturen und der dafür notwendigen Software fehlen Mitarbeiter, die SAP-Systeme weiterentwickeln oder Robotik und Industrie 4.0-Anwendungen einführen können. Diese neuen Entwicklungen brauchen einen neuen Ingenieurs-Typ. In fast allen Unternehmen versuchen Personalentscheider, Ingenieure mit IT-Kenntnissen oder Informatiker mit technischem Verständnis einzustellen. Zurzeit beschäftigen Unternehmen rund 60 Prozent klassische Ingenieure und zirka 20 Prozent IT-Fachkräfte. 18 Prozent sind heute bereits IT-Ingenieure, die Wissen aus beiden Bereichen vereinen. Dies wird sich in den nächsten Jahren deutlich wandeln. Personalverantwortliche prognostizieren, dass dann weniger als die Hälfte der Mitarbeiter aus dem Ingenieurswesen sind und deutlich mehr IT-Ingenieure in den Unternehmen arbeiten werden. Die Automobilindustrie, die mit rund 70 Prozent den zweithöchsten Ingenieuranteil hat, geht davon aus, dass der reine Ingenieur in Zukunft nur noch 52 Prozent der Beschäftigten ausmachen wird. Wie gesucht IT-Ingenieure heute schon sind, zeigte auch eine Umfrage des Portals Hitech-campus.de. Hier wurde eigentlich nach Einstiegsgehältern für Ingenieure gefragt. Rund 13 Prozent der Befragten Unternehmen gaben darauf hin an, nach IT-Ingenieuren zu suchen – obwohl gar nicht danach gefragt wurde.

IT-Ingenieur – größter Beitrag zum

Siemens Energy und Siemens Mobility wollen Wasserstoffsysteme für Züge entwickeln. Da sind qualifizierte Ingenieure mit IT-Wissen richtig.
Siemens Energy und Siemens Mobility wollen Wasserstoffsysteme für Züge entwickeln. Da sind qualifizierte Ingenieure mit IT-Wissen richtig.

Unternehmenserfolg Dem IT-Ingenieur wird der größte Beitrag zum künftigen Unternehmenserfolg zugeschrieben, und zwar von allen Unternehmen. Das lässt den Markt noch enger werden. Man ist also auf der Suche nach IT-Ingenieuren in einem Bereich, der ohnehin schon von einem Mangel an Fachkräften gekennzeichnet ist. Noch ist die Ausbildung des Nachwuchses an den Schulen nicht ausreichend. Auch an den Hochschulen werden die Fachkräfte noch nicht in ausreichender Zahl ausgebildet. Dabei stehen besonders die Ingenieure im Fokus. Ihnen traut man mehr zu, sich IT-Kenntnisse anzueignen, als den reinen IT-Spezialisten. Den Weg zum Erfolg sehen die Entscheider in den Personaletagen in der Ausbildung und einem Technikstudium, das als Krönung den Erwerb von IT-Kenntnissen vorweisen kann. Genau dies scheint der Königsweg für eine erfolgreiche berufliche Zukunft zu sein. Eine Möglichkeit, sich in diesem neuen Arbeitsmarkt umzuschauen, waren in diesem Sommer die Onlinemessen für Ingenieure und IT-Ingenieure. Aufgrund der Corona-Pandemie fand der VDI nachrichten Recruiting Tag in diesem Jahr im Juni virtuell statt. Im nächsten Jahr ist zu hoffen, dass daraus wieder eine Präsenzmesse wird. Wer in diesem Bereich beruflich vorankommen möchte, der sollte sich über die Veranstaltung informieren. Die teilnehmenden Unternehmen stellen sich auf der Veranstaltung vor, um motivierte Ingenieure und IT-Ingenieure für ihre Unternehmen zu gewinnen.

Unternehmen brauchen interdisziplinäre Kompetenzen, die ihre Innovationen vorantreiben. Eines ist sicher – auf die Ingenieure kommen große Herausforderungen zu. Auf IT-Spezialisten warten neue berufliche Möglichkeiten. In der Vernetzung beider Disziplinen liegt das große Potenzial für Unternehmen sowie Ingenieure und IT-ler. Dieser Arbeitsmarkt hat eine große Zukunft.
     

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