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Home Sonderthemen Hannover Region West Coronavirus und Arbeitsrecht: Rechte und Pflichten des Arbeitgebers
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08:47 13.03.2020
Die Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern und Arbeitgebern im Krankheitsfall sind genau geregelt – auch im Falle des Coronavirus. Foto.: Schütze-Pixelio
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Angesichts der immer weiteren Ausbreitung des Coronavirus tauchen bei Arbeitgebern zunehmend Fragen auf. Wie beeinflusst das Coronavirus deutsche Arbeitsverhältnisse? Was sind die Pflichten des Arbeitgebers und was kann er von seinen Arbeitnehmern verlangen? Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat in einem ihrer jüngsten Newsletter folgende Fragen beantwortet und aufgeklärt.

Darf ein Arbeitnehmer fernbleiben, wenn dieser Angst vor einer Ansteckung hat?

Nein. Nur weil ein Arbeitnehmer Angst vor einer Ansteckung bei der Arbeit oder auf den Weg dorthin hat, darf dieser die Arbeit nicht verweigern. Grundsätzlich dürfen Arbeitnehmer der Arbeit nur fernbleiben, wenn sie tatsächlich arbeitsunfähig sind. Im Einzelfall kann der Arbeitgeber aber bei einer konkreten Gefährdung aufgrund seiner Fürsorgepflicht verpflichtet sein, den Arbeitnehmer von der Arbeit freizustellen, oder – wenn möglich – Arbeit im Homeoffice zu erlauben.

Darf ein Arbeitnehmer fern bleiben, wenn der öffentliche Verkehr eingestellt wird und der Arbeitsplatz daher nur schwierig zu erreichen ist?

Nein. Der Arbeitnehmer trägt das Wegerisiko. Das bedeutet, dass dieser Mittel und Wege finden muss, pünktlich zur Arbeit zu erscheinen. Ist dies nicht möglich, kann der Arbeitgeber beispielsweise verlangen, dass die Arbeit nachgeholt wird oder für die Zeit des Fernbleibens das Gehalt gekürzt wird.

Was passiert, wenn Arbeitnehmer wegen des Coronavirus nicht arbeiten können oder dürfen?

Bei besonders hoher Infektionsgefahr im Betrieb kann es sein, dass zum Schutz der Arbeitnehmer der Betrieb vorübergehend geschlossen und die Arbeitnehmer nach Hause geschickt werden müssen, bis die Gefahr vorüber ist. Dieses Risiko gehört zur betrieblichen Sphäre des Arbeitgebers. Solange die Arbeitnehmer arbeitsfähig und zur Arbeit bereit sind, ist der Arbeitgeber daher zur Lohnfortzahlung verpflichtet. Die Arbeitszeit muss in diesem Fall nicht nachgearbeitet werden.

Entschädigung?

Verhängt die zuständige Behörde im Sinne des Infektionsschutzgesetz (IFSG) Quarantäne und/oder spricht ein Tätigkeitsverbot aus, können betroffene Arbeitnehmer vom Arbeitgeber Entschädigung für den Verdienstausfall verlangen. Dies gilt natürlich nur, wenn der Arbeitnehmer tatsächlich nicht arbeiten darf und einen Verdienstausfall hat. Diese Entschädigung hat der Arbeitgeber längstens sechs Wochen lang zu zahlen. Der Arbeitgeber kann innerhalb einer Frist von drei Monaten bei der zuständigen Behörde die Erstattung der gezahlten Entschädigung beantragen.

Quelle: IHK-Homepage-Newsletter

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