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Home Sonderthemen Hannover Region Nord-West Betriebliche Altersversorgung: Steuertipps für Arbeitnehmer und Arbeitgeber
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08:05 11.02.2021
Für einen sorgenfreien und unabhängigen Ruhestand. Foto: Pexels

Für die eigene Rente vorzusorgen wird zunehmend wichtiger. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, das zu tun. Eine lukrative Option ist die betriebliche Altersversorgung (kurz bAV). Hierbei profitieren sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber. Bei der betrieblichen Altersversorgung handelt es sich um Leistungen der Alters-, Invaliditäts- und/oder Hinterbliebenenversorgung, die dem Arbeitnehmer im Sinne des Arbeitsverhältnisses vom Arbeitgeber zugesichert werden.

Die Beitragszahlung in der bAV kann durch den Arbeitnehmer, Arbeitgeber oder anteilig von beiden Seiten erfolgen. Kommt allein der Arbeitnehmer für die Beiträge auf, liegt eine Entgeltumwandlung vor. Damit verzichtet er auf einen Teil des Gehalts, welcher in die bAV fließt. Da die Beiträge vom Bruttoeinkommen abgezogen werden, sparen Arbeitnehmer Steuern und Sozialversicherungsbeiträge. Sobald der Arbeitgeber für den vollständigen Beitrag aufkommt, handelt es sich um eine Direktversicherung. Bei vielen Arbeitgebern folgt das Angebot der betrieblichen Altersversorgung der Motivation, die Attraktivität des Arbeitgebers zu erhöhen, kompetente Mitarbeiter zu gewinnen und diese langfristig an das Unternehmen zu binden.

Teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber die bAV-Beiträge, stellt das eine Mischfinanzierung dar und beide Seiten profitieren von einer Steuervergünstigung. Für die betriebliche Altersversorgung muss man circa 270 Euro pro Monat veranschlagen. Derzeit können rund 6500 Euro steuerfrei in Pensionskassen, Pensionsfonds und Direktversicherungen eingezahlt werden. Die Beiträge sind steuerlich absetzungsfähig.

In der Anlage R der Einkommensteuererklärung unter dem Punkt „Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen und aus der betrieblichen Altersversorgung“ lassen sich verschiedene Positionen angeben und geltend machen. lps/AM


Steuern sparen durch Covid-19

Das Coronavirus ist auch für Steuervorteile verantwortlich.
Das Coronavirus ist auch für Steuervorteile verantwortlich.

Die Corona-Pandemie geht an kaum jemandem spurlos vorbei. Besonders im finanziellen Bereich sind die Auswirkungen zu spüren. Sofern man sie kennt und geltend macht, können Steuervergünstigungen wirtschaftlichen Schwierigkeiten entgegenwirken. Arbeitgeber können ihren Angestellten eine steuer- und sozialabgabenfreie Prämie von 1500 Euro zahlen.

Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass diese Prämie zum ohnehin geschuldeten Lohn gezahlt und auf dem Lohnkonto des Arbeitnehmers aufgezeichnet wird. Angestellte haben die Möglichkeit, Stundungsanträge bei der Finanzbehörde zu stellen. Da die Finanzämter jedoch mehrere Wochen für die Bearbeitung benötigen, sollten SEPA-Lastschriftmandate widerrufen werden. So lässt sich eine zwischenzeitliche Abbuchung der Steuern verhindern. Menschen, die einen Dienstwagen nutzen und dieser unter der 1-Prozent-Regelung versteuert wird, können wertvolle Euros sparen. Sobald man das Dienstfahrzeug wegen Betriebsunterbrechung temporär nicht benötigt, sollte man es stehen lassen und bestenfalls den Tachostand fotografieren. Sofern man seinen betrieblichen Dienstwagen während der Corona-Krise nachweislich stehen lässt, muss man in dieser Zeit keinen geldwerten Vorteil für die Privatnutzung versteuern.

Manche Menschen nutzen die Verzweiflung anderer aus und geben sich am Telefon als Behördenmitarbeiter aus. Ziel ist das Abgreifen von Bank- und Firmendaten. Solche Vorgehensweisen sind Betrug, denn keine Behörde wird diffizile Daten am Telefon erfragen. lps/AM


Leasingfahrzeuge absetzen

Positive Auswirkung auf die Steuererklärung für Selbstständige und Unternehmen

Besonders für Selbstständige ist das Leasing von Neuwagen sehr lukrativ.
Besonders für Selbstständige ist das Leasing von Neuwagen sehr lukrativ.

Der Begriff „Leasing“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „mieten“. Genau darin liegt auch der wesentliche Unterschied zum Autokauf. Mit einem Leasingvertrag mietet man ein Auto für eine bestimmte Zeit und gibt es anschließend wieder an den Leasingpartner zurück. Die monatliche Leasingrate stellt eine Nutzungsgebühr dar, es handelt sich nicht um eine Tilgung. Die Höhe der Leasingrate ist von Marke, Modell, Ausstattung und dem Neupreis des Fahrzeugs abhängig.

Für Privatpersonen ist das Leasing nicht sonderlich attraktiv, denn privat genutzte Leasingfahrzeuge können nicht von der Steuer abgesetzt werden. Unternehmen, Gewerbetreibende und Freiberufler hingegen profitieren von Steuererleichterungen beim Leasing. Sofern das Fahrzeug für betriebliche Zwecke eingesetzt wird, zählt die monatliche Leasingrate zu den Betriebsausgaben. Für die Finanzbehörde ist es wichtig, dass man nicht der wirtschaftliche Eigentümer des Autos ist, sondern der Leasingnehmer. Aus diesem Grund ist der Leasingvertrag ein sehr wichtiges Dokument für das Absetzen der Monatsraten. Wird das Fahrzeug ausschließlich betrieblich genutzt, können Leasingraten und Sonderzahlung vollständig geltend gemacht werden. Nutzt man das Auto hingegen auch privat, handelt es sich um einen geldwerten Vorteil, welcher in die Betriebseinnahmen fällt.

Um die Privatnutzung zu ermitteln, kann man ein Fahrtenbuch führen oder die Ein-Prozent-Regelung nutzen. Bei zweiterem wird pauschal ein Prozent des Bruttolistenpreises versteuert. lps/AM


Sachspenden sparen Geld

Auch das Spenden von Büchern kann Steuervorteile bewirken.
Auch das Spenden von Büchern kann Steuervorteile bewirken.

Viele Menschen wollen Gutes tun und Bedürftige unterstützen. Warme Winterjacken für Obdachlose, neue Fußbälle für einen Jugendsportverein oder notwendige Bücher für eine Bibliothek stellen klassische Sachspenden dar. Hierzulande wird man für das Spenden sogar finanziell belohnt. Sofern das Finanzamt die Gemeinnützigkeit des Spendenempfängers anerkennt, lassen sich Spenden steuerlich geltend machen. Um Sachspenden in der Steuererklärung angeben zu können, benötigt man eine sogenannte Zuwendungsbestätigung. Handelt es sich um ein neues Produkt, reicht der Kassenbon aus. Ist es gebraucht, muss zunächst der Warenwert der Sachspende ermittelt werden. Dieser lässt sich mit Vergleichen gleichartiger Artikel feststellen. Vereine, Hilfsorganisationen, Stiftungen, politische Parteien und Religionsgemeinschaften sind stets auf Spenden angewiesen und dankbar für jede Unterstützung. lps/AM


Beerdigungskosten absetzen

Außergewöhnliche Belastung: Steuerersparnis nach Schicksalsschlag mildert finanzielle Folgen

Beerdigungskosten können in die Steuererklärung integriert werden.
Beerdigungskosten können in die Steuererklärung integriert werden.

Früher oder später ereilt viele Menschen ein harter Schicksalsschlag, nachdem man einen Angehörigen gehen lassen muss. Um das gebührend zu tun, ist eine große Geldsumme nötig. Beerdigungskosten lassen sich von der Steuer absetzen, wenn man die Kosten aus rechtlichen Gründen übernehmen muss oder sie aus sittlichen Gründen freiwillig zahlt, obwohl der Nachlass nicht ausreicht.

Die rechtliche Verpflichtung betrifft jeden Erben. Ist der Nachlass beispielsweise 8000 Euro hoch und die Beerdigungskosten betragen 9500 Euro, lässt sich der Mehraufwand von 1500 Euro steuerlich absetzen. Der Nachlass dient auch dazu, die Beerdigungskosten zu decken. Etwas anders sieht es bei einer Verpflichtung aus sittlichen Gründen aus. Ein Verwandter, der nichts erbt, unterliegt keiner zivilrechtlichen Pflicht für die Beerdigungskosten aufzukommen. Eine sittliche Pflicht liegt aber vor, wenn das nahe soziale Umfeld wie Verwandte, Freunde oder Nachbarn, die Kostenübernahme erwartet. Der Nichterbe, der die Kosten übernimmt, kann die Aufwendungen vom rechtlichen Erbe einfordern. Dieses Prozedere ist jedoch oft mit Schwierigkeiten verbunden. Die Beerdigungskosten können aber als „außergewöhnliche Belastungen“ in die Steuererklärung einfließen. Hierbei müssen Beerdigungskosten dem Nachlass gegenübergestellt werden. Darüber hinaus sind weitere Faktoren wie der Gesamtbetrag der eigenen Einkünfte, Familienstand und Anzahl der Kinder entscheidend.

Die Beerdigungskosten setzen sich aus folgenden Bestandteilen zusammen: Kosten durch Tod, für die Trauerfeier und Grabstätte. Dem gegenüber steht das Erbe, das aus dem Nachlass und Geld außerhalb des Nachlasses besteht. Seit 2003 liegt die sogenannte Angemessenheitsgrenze bei 7.500 Euro. Höhere Kosten lassen sich nicht steuerlich geltend machen. lps/AM