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12:00 22.01.2021
Die helfenden Hände der Bestatter – sie sind so wichtig.

Eines ist sicher: Einfach ist dieser Beruf nicht. Dabei so wichtig, dass es sie gibt, die Menschen, die sich jeden Tag dem Thema Tod stellen und den Angehörigen der Verstorbenen zur Seite stehen.

Die Bestatter sind in der Regel die Ersten, die den Hinterbliebenen begegnen. Sie trifft die Trauer und Verzweiflung mit voller erster Wucht. Oft auch Wut über den Tod oder die Krankheit. Die Bestatter sind da: Fels in der Brandung. Helfer in schweren Stunden.

Sie fangen auf, spenden Trost, geben Sicherheit: Alles werden sie gut und einfühlsam abwickeln und damit den Trauernden Raum und Zeit für ihrem Schmerz geben. Sie haben ein offenes Ohr für die Nöte und Sorgen in dieser Ausnahmesituation, vermitteln in der Trauer ein Gefühl der Geborgenheit. Manchmal hilft ihr einfaches Dasein.

Der Verstorbene kommt in einfühlsamen Hände und wird behutsam für die letzte Reise fertig gemacht. Oft eine wichtige Vorstellung für die Hinterbliebenen. Zu wissen, was zu diesem Beruf gehört, und es dann direkt zu erleben: oft zweierlei Ding.

In den ersten Jahren kann es durchaus immer wieder mal zu Albträumen kommen. Alles lässt nicht kalt. Womöglich muss erst nach und nach gelernt werden, sich eine gewisse Schutzschicht zuzulegen. Das zunehmende Alter kann dabei helfen. Nahbarkeit geht dabei nicht zwangsweise verloren. Aber es wird unbedingt Stärke gebraucht: für sich, das eigene Leben, die eigene Familie – und für die zukünftigen Kunden.

Gibt noch etwas Stärke? Es ist das, was die Trauernden spiegeln. Ihre Dankbarkeit über die Begleitung in den ersten Stunden, das grundsätzliche Dasein, die Geduld und Ruhe, das Abnehmen von so vielen wichtigen Aufgaben. Privateste Stunden werden geteilt. Vertrauen gelebt. Bei allem Leid ist der Beruf des Bestatters extrem sinnhaltig und macht es so möglich, sich immer wieder aufs Neue dem Tod zu widmen.

Die helfenden Hände der Bestatter – sie sind so wichtig.

Hünengräber bestehen aus großen, tonnenschweren Steinen. Die Steinbauten sind etwa 5000 Jahre alt oder älter. Früher glaubte man, Riesen, sogenannte Hünen, wären dort begraben. Andere meinten, da die Herstellung ein ungeheurer Kraftaufwand gewesen sein muss, dass nur Hünen diese Stätten gebaut haben könnten. Bis heute ist nicht klar, ob sie wirklich Gräber waren. Skelette fand man selten. Vielleicht Religionsstätten? Wissenschaftler sprechen daher dieser Tage lieber neutral von Großsteinanlagen. Viele liegen im Westen von Europa: den Niederlanden, Norddeutschland und dem Süden von Skandinavien. Bei uns in zahlreichen Wäldern. Mal kreisrund, mal in länglicher Form, mal von einem Erdwall umgeben. Knapp 900 Anlagen sind noch in Deutschland zu finden, ein Bruchteil des einstigen Bestands. Steine wurden zu Kirchenmauern oder trieben in der Industrialisierung den Hafen- und Straßenbau voran. Wo sie beim Bestellen der Felder störten, mussten sie weichen. Die Straße der Megalithkultur ist 330 Kilometer lang und verbindet zwischen Osnabrück und Oldenburg 70 solcher Großsteinanlagen.

Gefühl der Trauer nicht verdrängen und annehmen

Zuspruch und therapeutische Unterstützung helfen bei Bewältig

Der Tod eines Menschen löst unterschiedliche Gefühle aus. Die Trauer ist dabei für viele im ersten Moment überwältigend, weshalb angemessene Hilfe umso wichtiger ist.
Der Tod eines Menschen löst unterschiedliche Gefühle aus. Die Trauer ist dabei für viele im ersten Moment überwältigend, weshalb angemessene Hilfe umso wichtiger ist.

So unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich ist auch der Umgang mit Trauer. Grundsätzlich gibt es kein richtig oder falsch.

Bücher über Trauer können eine starke stille Unterstützung sein. Aber auch beispielsweise Trauergruppen der Bestattungsinstitute sowie Ärzte und Psychologen.

Wichtig für Seele und Gesundheit ist es, Trauer zuzulassen. Sich die Zeit zu nehmen, die gebraucht wird. Nicht die Umwelt entscheidet, wie lange angemessen ist. In der heutigen Gesellschaft wird oft ein schnelles „wieder Funktionieren“ erwartet. Dabei werden Todesfälle auch durchaus unterschiedlich bewertet – und die damit vorhandene Trauer.

Den richtigen Zeitpunkt zum Sterben gibt es aber einfach nicht. Mit Babys und jungen Menschen stirbt die Zukunft, mit dem Partner die Gegenwart und mit Eltern oder alten Menschen die Vergangenheit. Jeder Verlust darf Trauer auslösen. Der geliebte Verstorbene wird im Idealfall vom äußeren zum inneren Begleiter – und lebt auf diese Art und Weise weiter.

Für viele Hinterbliebene ist es wichtig, den Verstorbenen „bei sich tragen zu dürfen“. Dies bedeutet Akzeptanz der Umgebung, dass Raum für ihn gebraucht und gesucht wird. Diesen Raum können Gespräche bieten. Über Gefühle und Erinnerungen zu traurigen oder schönen Erlebnissen.

Sterbetage werden von vielen begangen und besonders gewürdigt, andere feiern – eventuell zusätzlich – weiter die Geburtstage des Verstorbenen; beispielsweise bei einem gemeinsamen Essen im Kreise der Familie. Alles ganz nach dem eigenen Gefühl.

Ist es schlimm, nach Jahrzehnten noch Tränen in den Augen zu haben? Einerseits erscheint es schwer, da die Trauernden unverändert so leidvolle Gefühle in sich tragen. Andererseits berührend, denn das Band der Liebe ist so sichtbar stark wie vorher.

Manchmal ergeben sich aus und mit Todesfällen neue Wege und Begegnungen. Alles darf sein; auch wieder vergnügt sein und Lachen. Denn der geliebte Verstorbene möchte sicherlich immer, dass es seinen Hinterbliebenen gut geht.

Hintergrundinformationen


Die ersten Bestattungen fanden vermutlich in Höhlen in Israel statt und sind etwa 90 000 bis 120 000 Jahre alt. Gelegentliche Bestattungen für Neandertaler werden ab ungefähr 70 000 vor unserer Zeitrechnung angenommen. Beisetzung, Begräbnis und Beerdigung meinen im Sprachgebrauch den Vorgang, bei dem der Verstorbene im Sarg oder in der Urne in das Grab überführt wird. Der Begriff Bestattung ist grundsätzlich weiter gefasst und beinhaltet auch andere mit der Beisetzung verbundene Abläufe, wie die Trauerfeier oder die Aufbahrung.

In Deutschland gab es lange Zeit Friedhofszwang. Jede Bestattung musste auf einem kirchlichen oder öffentlichen Friedhof stattfinden. Einzige Ausnahmen: Die Seebestattung von Urnen und das Urnenbegräbnis unter einem Baum in einem sogenannten Friedwald. In weiten Teilen Deutschlands gilt der Friedhofszwang bis heute. Bestattungen in Deutschland sind aber Sache der Bundesländer. So darf in Bremen beispielsweise seit 2015 die Asche von Verstorbenen sogar auf Privatgrundstücken verstreut werden. Tatsächlich aufgehoben wurde der Sargzwang. Das kommt vor allem Muslimen zugute, die nun auch in Deutschland ihre Angehörigen in Leinentüchern beisetzen können, wie es dem Glauben entspricht. Die Zulassung sargloser Bestattungen liegt im Verantwortungsbereich der Friedhofsträger, also der Gemeinden und Kirchen. Diese entscheiden individuell, ob sie an alten Traditionen festhalten oder die durch das Bestattungsgesetz geschaffenen neuen Möglichkeiten nutzen wollen.

Die Arten der Beisetzung sind vielfältig und auch eine Form des Ermessens

Fast jede denkbare Bestattungsform gibt oder gab es im Laufe der Geschichte. Heute bestehen in Deutschland in der Regel diese Möglichkeiten: Mit Erdbestattung ist meistens die Beerdigung des Verstorbenen im Sarg gemeint. Im Prinzip sind aber ebenso Urnenbeisetzungen oft Erdbestattungen, da auch hier in der Erde beigesetzt wird. In Deutschland müssen sie grundsätzlich auf einem Friedhof oder einem offiziell als Friedhof gewidmeten eingefriedeten Grundstück erfolgen. Bei der Feuerbestattung wird die Leiche eingeäschert. Es gibt zahlreiche Beisetzungsformen für die Asche Verstorbener: Die häufigste Form ist das Urnengrab. Ein Verstreuen der Asche in Wald, Wiese oder Bach ist in Deutschland wegen der Friedhofpflicht nicht möglich. Da die endgültige Verantwortung den Bundesländern obliegt, kann es von Bundesland zu Bundesland allerdings Unterschiede geben. Bei der See- oder Flussbestattung wird eine wasserlösliche Urne nach seemännischen Bräuchen dem Meer übergeben. Bis ins das frühe 20. Jahrhundert wurden auf See fast ausschließlich Personen bestattet, die an Bord oder in Seeschlachten verstarben und für die eine Beisetzung des Leichnams an Land nicht praktikabel erschien. Auch Seuchenschutzgründe spielten eine Rolle. Die Weltraumbestattung ist ein eher symbolischer Akt und teuer: Wegen der hohen Transportkosten wird zum Beispiel nur ein kleiner Teils der Asche des Verstorbenen in den Weltraum verbracht, der verbliebene Teil erhält auf der Erde den üblichen Rahmen einer Beisetzung. Die Asche kann dauerhaft in den Weltraum eingebracht werden oder so, dass sie früher oder später wie eine Sternschnuppe in der Erdatmosphäre verglüht. Der Termin dieser Beisetzungsart ist schwer definierbar, weil er von dem Start einer Trägerrakete abhängt. Die Raketenstarts erfolgen meist in den USA oder Russland. Die Diamantbestattung ist kostenintensiv. Dabei wird nur ein kleiner Teil der Asche verwandt, aus der durch ein spezielles Verfahren der Diamant entsteht. Die restliche Asche wird seperat beigesetzt.