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Home Sonderthemen Hannover Region Ost Auf einen Sturm vorbereitet sein
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17:15 23.10.2020
Ein idyllisches Gartenhaus mit Blumentöpfen und Gießkannen vor der Tür kann bei höheren Windstärken zur Gefahr werden. Foto: Uwe Wagschal/ pixelio.de

Auch wenn das Dach und der Gartenbaum sicher am anfälligsten sind für einen Sturm, sollte man auch am Haus selbst und im Garten nachschauen, wenn ein Sturm angesagt ist.  

Ein Gang über das Grundstück gehört zur Sturmprävention. Ein vergessenes Bobbycar am Sandkasten mag vielleicht nicht schwer aussehen. Aber wenn es von einem Sturm mitgerissen wird, kann es andere Menschen verletzen. Das trifft auch zu auf Fahrräder, Mülltonnen, Terrassenstühle oder Gartengeräte. All das gilt es einzuräumen und sturmsicher zu verwahren. Und der Balkon gehört ebenfalls zu Außenbereich, der kontrolliert werden muss – inklusive der Blumenkästen und dem Sonnenschirm.  

Wer einen Garten hat, hat in der Regel auch ein Gartenhäuschen. Schon beim Aufbau eines solchen Häuschens kann man an spätere Stürme denken. Spezielle Windverankerungen können hier Schäden verhindern. Am Wohnhaus selbst gilt es nicht nur, das Dach zu sichern. Darüber hinaus gibt es auch an der Bausubstanz selbst genügend Ansatzpunkte für den Wind – etwa bei Fenstern. Wenn sie bei Sturm gekippt sind, kann ein starker Durchzug entstehen. Deswegen sollten bei Sturm alle Fenster geschlossen werden, auch solche im Keller und dem Dachboden. Wenn es Rollläden gibt, müssen sie entweder ganz geschlossen oder geöffnet werden. Stehen sie nur halb geöffnet, bieten sie dem Wind einen Angriffspunkt.

Sturm bringt in der Regel auch viel Regen mit sich. Um Wasserschäden zu vermeiden sollte man einen Blick auf die Rückstauklappe im Abwasserkanal werfen. Bei Überschwemmungen müssen auch die eventuell vorhandenen Öltanks gesichert werden. Verankerungen können dafür sorgen, dass sie nicht aufschwemmen. Die Leitungen müssen geschlossen werden. 

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Beim Neubau schon an mögliche Risiken denken

Unwetter kommen wegen des Klimawandels häufiger vor

Der in Norddeutschland nicht so übliche Schiefer wird genagelt und ist überaus sturmsicher. Foto: Didi01/pixelio.de
Der in Norddeutschland nicht so übliche Schiefer wird genagelt und ist überaus sturmsicher. Foto: Didi01/pixelio.de

Über die Jahrzehnte hinweg hat es in Deutschland nur wenige Stürme gegeben. Da es wegen des Klimawandels in den kommenden Jahren aber verstärkt zu solchen extremen Wetterereignissen kommen wird, kann man auch über präventive Maßnahmen schon beim Neubau nachdenken. Schließlich werden wegen der geringen Bauzinsen derzeit auch hierzulande viele Neubaugebiete ausgewiesen.

Das Dach ist der anfälligste Teil eines Hauses, wenn es um Wind geht. Es ist nicht nur den Elementen am stärksten ausgesetzt. Durch seine Form können am Dach Sogkräfte entstehen – ähnlich einem Segel beim Boot. Flachdächer sind generell anfälliger für dieses so genannten „Bernoullische Prinzip“. Beim Bau eines Hauses wäre es also günstig, ein Steildach einzuplanen. Die Sogkräfte sind hier schwächer und eventuelle Sturmschäden fallen so geringer aus.

Neben der Neigung ist auch das Material der Dachdeckung einen Blick wert. In unseren Breiten werden hauptsächlich Dachziegel genutzt. Im Süden und im Westen der Republik wird dagegen recht häufig Schiefer für die Deckung der Dächer genutzt. Dieser Stein hat den Vorteil, dass er genagelt wird und somit dem Wind besser standhalten kann. Wenn man sich aber für die in Norddeutschland traditionellen Dachziegel oder Dachsteine entscheidet, wäre es gut, sie mit Sturmklammern zu sichern, um auf der sicheren Seite zu sein.

Die Klammern greifen in die Falze und werden dann um die Dachlatte herumgeführt und eingeschlagen. Das gilt im Übrigen nicht nur für Neubauten. Mit Sturmklammern kann man auch Bestandsbauten nachrüsten.

Wie viele Klammern man braucht, kommt auf die Region an. Die Profis vom Dachdecker wissen hier Rat.
                 

Dach vor Regen, Kälte und Sonne schützen

Vorrichtung wird im Laufe der Jahre anfällig

Eine sanierte Fassade macht optisch einen guten Eindruck. Ist das Dach allerdings beschädigt oder beispielsweise veralgt, sollten Maßnahmen ergriffen werden. Foto: Busche
Eine sanierte Fassade macht optisch einen guten Eindruck. Ist das Dach allerdings beschädigt oder beispielsweise veralgt, sollten Maßnahmen ergriffen werden. Foto: Busche

Im Laufe der Jahre bilden sich Moose und Flechten, die ein Dach unansehnlich werden lassen. Sie greifen die Oberfläche der Dachziegel an und können sie nachhaltig beschädigen. Feuchtigkeit und Frost dringen in die Ziegel ein und schaden der Bausubstanz.

Das Dach ist der Natur ausgeliefert. Deshalb gilt die Sorgfaltspflicht des Eigentümers oder der Eigentümerin. Mit einer modernen Dachbeschichtung kann man das Dach wirkungsvoll vor schädlichen Umwelteinflüssen bewahren und gleichzeitig die Optik der Immobilie verbessern.

Die richtige Beschichtung und eine sorgsame Verarbeitung sichern das Dach auf längere Zeit. Um das Dach dauerhaft zu schützen, kommt es auf das richtige Beschichtungsmaterial an. Hochwertige Farben und Lacke und eine handwerklich versierte Verarbeitung sorgen für Werterhaltung. Unwetter können schwere Schäden an Dächern anrichten. Die Zeit vom Herbst bis zum Frühlingsbeginn gilt als sturmintensiv. Dann zerren die Kräfte der Natur besonders heftig an den Dächern. Hauseigentümer stehen dabei in der Verkehrssicherungspflicht. Fallen Dachsteine oder Dachziegel herab, tragen die Eigentümer die Verantwortung.

Fachleute empfehlen, die Eindeckung regelmäßig zu prüfen. Haben sich einzelne Ziegel verschoben, könnten sie parkende Autos treffen oder Menschen verletzen. Die Kosten für einen Dachcheck durch Fachleute können von der Steuer abgesetzt werden.

Im Zweifel dient die Rechnung als Nachweis für die Erfüllung der Pflichten der Eigentümer. Dachdecker sorgen bereits bei der Eindeckung für den Schutz vor Sturmschäden. Durch Messungen bestimmen sie die Windbelastung, der das Dach ausgesetzt ist. Besonderes Augenmerk gilt Dachrändern und Dachvorsprüngen. Dort greift der Wind besonders an.
                         

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