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Home Sonderthemen Hannover Region Ost Arbeit in der Pflege: Diese Veränderungen sollen für Entlastung sorgen
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11:48 12.05.2020
Zusätzliche Arbeitskräfte sorgen für eine Entlastung im Pflegealltag und damit für eine bessere Betreuung der Pflegebedürftigen.

Die Arbeit in der Pflege ist ein anstrengender und auch körperlich fordernder Beruf. Hinzu kommt, dass Arbeitnehmer meist einen geringen Lohn erhalten und ein Fachkräftemangel vorherrscht, wodurch Überstunden keine Seltenheit sind. Um die Arbeitszeit besser nutzen zu können, arbeitet das Bundesministerium für Gesundheit auf einen Bürokratieabbau hin, um Pflegekräfte zu entlasten und ihnen mehr Zeit für die tatsächliche Pflege zu verschaffen, anstatt viel Zeit mit unnötigen Formularen zu verbringen. 

Ein von dem Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung aufgebautes Projekt unterstützt Pflegeeinrichtungen dabei, die Pflegedokumentation in der Praxis effizienter zu gestalten, ohne fachliche Standards zu vernachlässigen oder ein Haftungsrisiko zu erzeugen.  

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Ein weiterer Weg, Pflegekräfte zu entlasten, ist der Einsatz von zusätzlichen Betreuungskräften. Durch das erste Pflegestärkungsgesetz wurden bereits die Voraussetzungen geschaffen, um die Zahl an Betreuungskräften, welche in Voll- oder Teilzeit arbeiten, in den Pflegeeinrichtungen zu erhöhen. Zusätzliche Betreuungskräfte unterstützen die wichtige Arbeit der Fachkräfte. Sie gehen mit den in den Einrichtungen lebenden Menschen unter anderem spazieren, malen, basteln und lesen mit ihnen oder machen gezielte Bewegungsübungen. Insgesamt tragen Betreuungskräfte dazu bei, den Pflegealltag für Pflegende und Gepflegte spürbar zu erleichtern. Dies wurde sogar durch eine von dem Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegebene Studie bestätigt.

Dabei gaben alle Mitarbeiter in den Pflegeeinrichtungen an, dass sich die zusätzlichen Betreuungsangebote positiv auf die Stimmung eines Großteils der Heimbewohner auswirkt. Betreuungskraft kann man unter anderem werden, wenn gezielte Fort- oder Weiterbildungen im Berufsfeld der Pflege und Betreuung absolviert werden. Die Voraussetzung für die Berufswahl im Pflege- beziehungsweise Betreuungsbereich ist selbstverständlich eine offene und positive Haltung gegenüber der Arbeit mit älteren und pflegebedürftigen Menschen.

Wird ein Patient aus dem Krankenhaus entlassen, ist seine Behandlung häufig noch nicht abgeschlossen. Im Anschluss an die Knie-Operation geht es zur Reha, nach überstandener Lungenentzündung sind Nachuntersuchungen beim Facharzt nötig. Gesetzlich Versicherte können in diesen Fällen das sogenannte Entlassmanagement in Anspruch nehmen: „Das Krankenhaus muss sicherstellen, dass der Patient nach einer stationären Behandlung bei Bedarf eine nahtlose medizinische Weiterversorgung erhält“, sagt Heike Morris, juristische Leiterin der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD).

Das Entlassmanagement soll dafür sorgen, dass sich der Patient nach dem Aufenthalt im Krankenhaus nicht alleingelassen fühlt. Der zuständige Krankenhausarzt stellt zunächst fest, welche medizinischen Anschlussleistungen nach der Entlassung des Patienten notwendig sind. Auch das Ausstellen von Verordnungen für Medikamente, Hilfsmittel oder Heilmittel sowie Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen gehört zum Entlassmanagement. Benötigt der gesetzlich Versicherte eine Rehabilitation, einen Pflegegrad oder häusliche Pflege, kümmert sich das Krankenhaus um die Anträge und nimmt Kontakt zur Krankenkasse oder Pflegekasse auf. Sie haben Fragen zum Thema? Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) berät Sie kostenfrei und neutral unter 0 800 011 77 22 und www.patientenberatung.de. kümmern“, sagt Heike Morris. Betroffene können zudem ihre Krankenkasse um Hilfe bitten.

Pflege in Zeiten von Corona: Häufige Fragen von Pflegebedürftigen

Die Ausbildung zur Pflegefachkraft umfasst einen theoretischen und einen praktischen Teil. Foto: AOK Mediendienst
Die Ausbildung zur Pflegefachkraft umfasst einen theoretischen und einen praktischen Teil. Foto: AOK Mediendienst

Die Ausbildung zur Pflegefachkraft dauert in der Regel drei Jahre. Seit dem 1. Januar 2020 ist die Ausbildung eine generalistische Ausbildung, was bedeutet, dass die drei Berufe der Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege zusammengeführt werden. In den drei Jahren Ausbildungszeit werden 2100 Theoriestunden sowie 2500 Praxisstunden in den Bereichen Akut- und Langzeitpflege, ambulante Pflege, Psychiatrie und Pädiatrie absolviert. Der Vorteil der generalistischen Ausbildung ist es, dass nach dem erfolgreichen Abschluss in jedem dieser Bereiche gearbeitet werden kann.

Die Voraussetzungen für den Beginn einer Ausbildung zur Pflegefachkraft sind verschieden. Notwendig ist ein anerkannter Schulabschluss wie der Haupt- oder Realschulabschluss. Ein Abitur muss nicht vorliegen. Alternativ kann auch eine bereits absolvierte branchenspezifische Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer als Qualifikation ausreichen. Die theoretischen Stunden finden in dem jeweiligen gewählten Ausbildungscampus statt.

In der Praxis wird ein Ausbildungsvertrag mit einer Einrichtung aus dem Bereich der Kinderkrankenpflege, Altenkrankenpflege oder allgemeinen Krankenpflege geschlossen. Während der Praxisphasen arbeiten die Auszubildenden in einem eigenen Ausbildungsbetrieb und in anderen pflegerischen Arbeitsfeldern stets mit der Unterstützung durch speziell fortgebildete Fachkräfte. Somit ist eine stete Supervision garantiert und der Auszubildende wird nicht überfordert. In regelmäßigen Abständen besuchen die Lehrer aus den Schulen die Auszubildenden in ihrem Praxisalltag, um Fortschritte sowie mögliche Probleme zu besprechen.

Die zu erlernenden Pflegetätigkeiten sind vielfältig. So wird unter anderem erwartet, dass der Pflegebedarf eines Patienten ermittelt und ein Pflegeplan erstellt werden kann. Zudem müssen Patientengespräche geführt und die Angehörigen stets aufgeklärt werden. Im Fokus steht zu guter Letzt selbstverständlich die Betreuung sowie das Durchführen und Delegieren der Pflege von Patienten.
  

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