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Home Sonderthemen Hannover Region Ost Das Antikriegshaus in Sievershausen wird 40 Jahre alt
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18:24 16.05.2019
Das Antikriegshaus in Sievershausen ist weit über die Region hinaus bekannt. Foto: Foto: Schütz
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Die Geschichte hat wichtige Daten zu bieten. In Deutschland gehört der 9. November sicher dazu mit der Maueröffnung 1989 oder den Progromen 1938. Aber auch der 23. Mai mit der Verabschiedung des Grundgesetzes oder der 3. Oktober als Tag der deutschen Einheit haben besondere Bedeutung. All diese Daten sind auch in Sievershausen wichtig. Hier allerdings gilt auch der 26. April als ein besonderer Tag – zumindest im Antikriegshaus. Dort hat die Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit Sievershausen ihr Zuhause.

Der Name besagt bereits, dass sich dessen Arbeit vor allem auf Konflikte in der Welt, dessen Aufarbeitung und mögliche Vermeidung richtet. Auch deswegen ist der 26. April ein wichtiger Tag für die Sievershäuser. So zerbombte am 26. April 1937 Hitlers Legion Condor die baskische Stadt Guernica – ein bitterer Vorgeschmack dessen, was noch kommen sollte. Und am 26. April 1986 explodierte der Reaktor im Kernkraftwerk Tschernobyl. Allerdings gibt es für die Sievershäuser einen ganz persönlichen Bezug zu diesem Tag, denn am 26. April 1978 starben bei einem Bombenanschlag in Nablus im Westjordanland zwei junge Deutsche, von denen sich einer kurz zuvor in der damals existierenden Friedenswerkstatt in Sievershausen auf seinen Einsatz im Nahen Osten vorbereitet hatte. Der Tod dieser beiden Friedensaktivisten wurde zum entscheidenden Anstoß zur Gründung des Antikriegshauses.


Klaus Rauterberg (1930–2006) war der Gründer und langjährige Leiter. Foto: Archiv
Klaus Rauterberg (1930–2006) war der Gründer und langjährige Leiter. Foto: Archiv

Vor 40 Jahren, am 1. September 1979, wurde im Schatten der Kirche St. Martin der Grundstein gelegt, nachdem der Kirchenvorstand dem Projekt einstimmig zugestimmt hatte. Ein Privatmann hatte ein abbruchreifes Bauernhaus zur Verfügung gestellt, das im Sievershäuser Ortsteil Ambostel stand. Es wurde dort abgebrochen und zwischen Kirche und Pfarrhaus über zwei Jahre hinweg wieder aufgebaut. 1981 konnte Einzug gehalten werden.

Das Antikriegshaus ist natürlich nicht plötzlich aus heiterem Himmel entstanden. Schon seit den Sechzigerjahren hat es in Sievershausen Bestrebungen zur Friedensarbeit gegeben. Die zentrale Figur in dieser Hinsicht war der damalige Pastor der Martinsgemeinde, Klaus Rauterberg (1930– 2006). Auf dem Höhepunkt des Vietnamkriegs organisierte der Geistliche seit 1967 Antikriegs-Werkstätten der Friedensbewegung. Das Attentat von Nablus war für ihn der Anstoß dazu, diese Friedensarbeit zu institutionalisieren. Ein weiterer Anlass war der Gedenktag zu Schlacht bei Sievershausen, die 425 vorher die damaligen Religionskriege in die Region gebracht hatte. Zwischen Sievershausen und Arpke starben 1553 rund 4000 Soldaten. Auch dieser historische Konflikt machte Sievershausen zu einem sinnvollen Ort der Friedensarbeit.

Deserteur-Mahnmal führte zu Diskussionen

Mit Zustimmung des Kirchenvorstands entstand im Schatten der Martinskirche das heutige Antikriegshaus. Hatte der Kirchenvorstand von St. Martin 1979 noch zugestimmt, so war die Freude in dem Gremium über die Arbeit von Pastor Rauterberg und seinen Mitstreitern nicht immer ungetrübt. Im Laufe der Jahre sind auf der zur Kirche gehörenden Fläche des Antikriegshauses mehrere Denkmäler gegen den Krieg entstanden. Davon hat besonders das Deserteur-Mahnmal 1997 zu heftigen Diskussionen geführt. Für Rauterberg war die breite Front der Ablehnung aber kein spezifisch örtliches Phänomen. „Deserteure sind gesamtgesellschaftlich nicht akzeptiert“, argumentierte der Pastor seinerzeit. Dabei seien sie keineswegs Verräter, sondern wollten nur den Krieg verkürzen. So verdienten sie ein Denkmal. Nicht alle waren mit dieser Argumentation einverstanden.

Die weiteren Denkmäler sind das 1989 errichtete so genannte DankMal, durch dessen Torbogen die Besucher gehen müssen, und das an die Verfolgten der Nazizeit erinnert, sowie das Mauerdenkmal, das 1991 errichtet wurde und an die deutsche Teilung und die friedliche Revolution in der DDR erinnert.

Heute hat sich die Aufregung von einst gelegt und die Zusammenarbeit des Hauses mit der Kirche ist eng. 40 Jahre nach Gründung ist das Antikriegshaus ein weit über die Region bekanntes Zentrum für Friedensarbeit, das viele Veranstaltungen und Ausstellungen zum Thema erarbeitet. Bekannte Autoren und Forscher wie Oskar Ansull, Rupert Neudeck, Lea Rosh oder Freya Klier waren bereits zu Gast. Regelmäßig finden dort auch friedenspädagogische Projekte statt, etwa die Workcamps, bei denen junge Menschen aus der ganzen Welt zusammenkommen und gemeinsam arbeiten.

Vor über zwei Jahrzehnten hat das Antikriegshaus die Sievershäuser Ermutigung ins Leben gerufen. Mit dem alle zwei Jahre verliehenen, mit 5000 Euro dotierten Preis werden dabei Personen und Institutionen für ihre beispielhafte Friedensarbeit ausgezeichnet.

Das 40-jährige Bestehen wird natürlich vor Ort kräftig gefeiert. Am Sonnabend, 25. Mai, steht ab 14 Uhr ein Fest ins Haus. Geplant ist eine Nagelkreuzandacht mit der Superintendentin der Landeskirche, Petra Bahr, in der Martinskirche. Zu Gast sein wird auch der Geschäftsführer der Aktionsgemeinschaft „Dienst für den Frieden“, Jan Gildemeister. Mitarbeiter von Klaus Rauterberg werden die Geschichte und die Projekte des Antikriegshauses beleuchten. Den Abschluss bildet um 19 Uhr ein Konzert des Liedermachers Matthias Witzig mit seiner Band.


Auf Pflegemittel und Sprays von Biotherm gibt es bei Katzur am Sonntag 30 Prozent Nachlass.
Auf Pflegemittel und Sprays von Biotherm gibt es bei Katzur am Sonntag 30 Prozent Nachlass.

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