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Home Sonderthemen Hannover Angehörige können zu Lebzeiten über Art der Beisetzung entscheiden
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17:56 16.11.2020
Bei der Wasserurne wird die Asche durch eintretendes Regenwasser ganz natürlich nach und nach der Erde übergeben. Foto: Deutsche Friedhofsgesellschaft/akz-o  

Empfehlenswert ist es, zu Lebzeiten festzulegen, ob später eine Körperbestattung oder eine Einäscherung erfolgen soll, damit den Angehörigen diese Entscheidung in der Zeit der Trauer abgenommen wird. Die Körperbestattung ist zumeist teurer wegen massiverer Särge und höherer Grabkosten. Außerdem gibt es hierbei weniger Möglichkeiten für die Art der Beisetzung, wie sie viele Städte und Gemeinden bei Urnengräbern anbieten.

Die Urnenbestattung als Folge der Feuerbestattung ist die häufigste der Bestattungsarten in Deutschland und wird immer öfter gewählt. Ein Grund sind auch die alternativen Möglichkeiten, die Urne beizusetzen.

Pflegefreie Gräber

Bei vielen neuen Bestattungsarten handelt es sich um sogenannte pflegefreie Gräber. Hier ist keine gärtnerische Pflege durch die Angehörigen erforderlich. Die Kosten sind bereits in der Friedhofgebühr enthalten.

Ob gekennzeichnetes oder anonymes Grab – beides ist bei der Urnenbestattung möglich. Welche Urnenbeisetzung passt, hängt auch davon ab, ob und wie oft Angehörige zu Besuch kommen wollen und wie gesund sie in einigen Jahren noch sind. Wenn Menschen von verschiedenen Orten zusammenkommen, gibt es beispielsweise beim Rhein-Taunus-Krematorium die Möglichkeit der Abschiedname am Sarg mit Übergabe in die Feuerbestattung am Vormittag, und nachmittags ist die Beisetzung.

Informationen aus erster Hand

Die Deutsche Friedhofsgesellschaft – Informationen dazu gibt es auf www.deutschefriedhofsgesellschaft.de – klärt über Varianten der Urnenbeisetzung auf: Die einfachste Beisetzungsform ist das Rasengrab. Bei der Bestattung im Blumengarten wird die Urne des Verstorbenen auf einer besonders gestalteten, mit Stauden und immergrünen Pflanzen angelegten Fläche beigesetzt.

Ein aus roten Rosen geschmückter Kranz in Herzform ist ein schöner Ausdruck der Erinnerung. Foto: Deutsche Friedhofsgesellschaft/akz-o  
Ein aus roten Rosen geschmückter Kranz in Herzform ist ein schöner Ausdruck der Erinnerung. Foto: Deutsche Friedhofsgesellschaft/akz-o  

Bei einer Waldbestattung wird die Urne einer verstorbenen Person an einem Baum in einem dafür vorgesehenen Bestattungswald beigesetzt. Bei einer Bestattung in einem Kolumbarium wird die Urne einer verstorbenen Person in einer Urnenwand beigesetzt.

Die Nische, in die die Urne gestellt wird, wird im Anschluss mit einer Platte fest verschlossen. Kolumbarien befinden sich auf Friedhöfen oder in Kirchen oder sind Teil eines Krematoriums.

Alternative Möglichkeit

Bei einer Mensch-Tier-Bestattung können die Urnen von einem Mensch und seinem geliebten Haustier in einem gemeinsamen Grab bestattet werden. Diese Bestattungsart ist in Deutschland nur auf speziell ausgewiesenen Friedhöfen möglich und existiert in dieser Form seit dem Jahr 2015. akz-o


Der Volkstrauertag – ein Tag des Gedenkens

Der Volksbund regte nach dem Ende des Ersten Weltkrieges an, einen nationalen Trauertag einzurichten. Und so wird in Deutschland am zweiten Sonntag vor dem ersten Advent bundesweit den Opfern von Kriegs- und Gewaltherrschaft in schlichten Zeremoniellen gedacht. Der Verband VDK als Veranstalter zahlreicher Feierstunden und Kranzniederlegungen wird dabei vom Bund und den Ländern unterstützt. Außerdem werden an diesem Tag die obersten Bundesbehörden und ihre Geschäftsbereiche auf Halbmast geflaggt.

1922 fand die erste Gedenkstunde im Reichstag statt. 1926 entschied man sich dann, den Volkstrauertag regelmäßig am fünften Sonntag vor Ostern zu begehen. 1933, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, wurde aus dem Volkstrauertag der sogenannte Heldengedenktag, der in jedem Jahr im März begangen wurde. Fortan ging es in erster Linie um die Verherrlichung der „Helden“ und den Mythos vom Heldentod.

Die Trauer um die Gefallenen stand dabei nicht mehr im Vordergrund. Nach Gründung der Bundesrepublik wurde die Tradition des Volkstrauertages in alter Form wiederbelebt. Die erste zentrale Veranstaltung wurde 1950 im Plenarsaal des Bundestages in Bonn abgehalten. Um sich von der Tradition des Heldengedenktages abzusetzen, wurde 1952 beschlossen, den Volkstrauertag künftig im November zu begehen.


Frühzeitig eigene Wünsche festhalten

Ist eine Patienten- oder Bestattungsverfügung nötig? Fachleute beraten umfassend

Mithilfe einer Bestattungsverfügung kann festgelegt werden, wie die Beerdigung erfolgen soll. Foto: Deutsche Friedhofsgesellschaft/akz-o
Mithilfe einer Bestattungsverfügung kann festgelegt werden, wie die Beerdigung erfolgen soll. Foto: Deutsche Friedhofsgesellschaft/akz-o

Um es Angehörigen zu erleichtern, im Falle einer schweren Krankheit die richtigen Entscheidungen zu treffen, und damit der eigene Wille gewahrt bleibt, nutzen immer mehr Menschen eine Patientenverfügung. Da ist es nur konsequent, auch direkt für die letze Ruhe selbstbestimmt Vorsorge zu treffen, und das geht mit einer Bestattungsverfügung.

Individuelle Gestaltung ist möglich

In der Verfügung lässt sich bindend dokumentieren, ob eine Erd-, Feuer- oder Sonderform der Bestattung gewählt wird und wo sie erfolgen soll. Viele Satzungen althergebrachter Friedhöfe schreiben vor, dass Gräber gepflegt werden müssen. Hier kann ggf. einen Friedhofsgärtner beauftragt werden. Ist in der Verfügung bereits ein pflegefreies Grab vereinbart, fallen nur Kosten zu Beginn der Nutzung an. Die Deutsche Friedhofsgesellschaft (www.deutschefriedhofsgesellschaft.de) bietet solche pflegefreien Grabstätten zum Beispiel als anonymes Rasengrab, als Bestattung im Blumenbeet und als Grabstätte im Ruhewald an.

Auch Details benennen

In der Bestattungsverfügung lässt sich aber noch viel mehr festlegen, zum Beispiel, ob eine Traueranzeige in der Zeitung erscheinen soll, wie man sich die Gestaltung der Trauerfeier vorstellt, ob die Beisetzung im großen oder kleinen Kreis erfolgen soll. Es kann auch eine Vertrauensperson, die bei Unstimmigkeiten entscheiden soll, benannt werden. Ggf. kann die Person sich auch über den Tod hinaus um ein geliebtes Haustier kümmern. Wichtig ist es, dass die Bestattungsverfügung möglichst handschriftlich festgehalten und nicht im Testament enthalten ist, da dieses erst Wochen nach der Beerdigung eröffnet wird.

Bestatter helfen

Neben der Bestattungsverfügung stellt sich die Frage nach den Kosten. Empfiehlt es sich, Geld anzusparen, oder ist eine Sterbegeldversicherung sinnvoll? Jetzt schon ein Grab kaufen? Bestatter helfen, die Kosten und Bestattungsmöglichkeiten besser einzuordnen. Sie helfen auch, die Sterbegeldvorsorge so aufzubauen, dass bei einer eventuellen Altersarmut wegen Pflege das Sozialamt nicht auf dieses Geld zugreift. Auf der Internetseite der Deutschen Friedhofsgesellschaft finden sich viele weitere Informationen, darüber hinaus hilft die Bestatter-Datenbank, die deutschlandweiten Ansprechpartner zu finden. akz-o

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