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21:29 03.01.2019
Viele Grüße aus Washington, Maira

Ich lebe für ein Jahr in den USA. Hier verbringe ich mein Auslandsjahr im kleinen Ort Yelm im Staat Washington, eineinhalb Stunden von Seattle entfernt. Ich habe hier schon drei Monate verbracht und fühle mich richtig wohl. Der Abschied wird sicherlich schwer, wenn ich Ende Juni zurück nach Deutschland fliege.

Ich gehe hier zur Schule, allerdings unterscheiden sich amerikanische Schulen etwas von den deutschen. Ich habe zum Beispiel nur sechs Fächer – und die jeden Tag. Außerdem haben die Lehrer ihren eigenen Raum, und die Schüler müssen ständig den Raum wechseln. Deswegen gibt es auch keine Klassen, sodass man in jeder Stunde mit neuen Leuten zusammen ist. Nach der Schule sind sehr viele Schüler in Aktivitäten in der High School eingebunden. Die meisten machen Sport. Am populärsten ist im Herbst American Football, im Winter Basketball und im Frühling Baseball. Ich spiele Bowling. Es ist ein etwas außergewöhnlicher Sport, aber es macht sehr viel Spaß. Im Frühling werde ich Tennis spielen. Wir haben montags und mittwochs Training sowie dienstags und donnerstags jeweils ein Spiel im Bowling, sodass nicht viel Zeit in der Woche bleibt. Wenn ich nach Hause komme, bleibt gerade noch genug Zeit für Hausaufgaben oder um den restlichen Abend zusammen mit meiner Gastfamilie zu verbringen.


Am 1. Dezember haben wir unseren Weihnachtsbaum ausgesucht. Die Weihnachtsbaumplantage war riesig. Man musste sich zuerst für eine Sorte entscheiden und wurde dann zum entsprechenden Bereich gefahren. Wir haben ihn gleich geschmückt und auch das Haus dekoriert. Hier in Amerika haben sehr viel mehr Leute Weihnachtsbeleuchtung an ihrem Haus.

Heiligabend werden wir zu Hause sein und gemeinsam essen, wenn wir aus der Kirche zurück sind. Außerdem werden wir ein Geschenk bekommen: einen Matching Christmas Pyjama. Es ist eine amerikanische Tradition. In den USA werden die Geschenke nämlich nicht an Heiligabend, sondern am Weihnachtsmorgen geöffnet, und dafür trägt die ganze Familie den gleichen Weihnachtspyjama. Am zweiten Weihnachtstag, der hier übrigens kein Feiertag ist, werden wir zu den Großeltern fahren, die auf der anderen Seite von Washington leben. Es wird bestimmt interessant sein, während der Fahrt mehr von Washington zu sehen. Wir werden bis Neujahr bleiben und müssen dann zurück, da die Schule am 2. Januar wieder beginnt.


Im Advent und an Weihnachten von zu Hause weg zu sein ist eine der schwersten Zeiten, da man zusammenkommt und mehr Zeit als sonst mit seiner Familie verbringt. Ich vermisse sehr die Adventssonntage. Die Tradition, einen Adventskranz zu haben und jeden Sonntag eine Kerze anzuzünden, kennen sie hier nicht. Außerdem vermisse ich all die deutschen Weihnachtsspezialitäten wie etwa Lebkuchen, Spekulatius und Zimtsterne. Aber zum Glück hat meine Mutter ein Paket mit diesen Sachen geschickt, sodass ich etwas aus meiner Heimat habe und gleichzeitig meiner Gastfamilie zeigen kann, was wir zur Adventszeit essen. Meine Familie und ich halten Kontakt, indem wir schreiben und manchmal skypen, um zu wissen, was gerade beim anderen passiert und wie es allen geht.

Aber das Beste ist, so viel Zeit wie möglich mit der Gastfamilie zu verbringen, sodass man nicht allzu viel an zu Hause denkt. Wenn man beschäftigt ist, bleibt kaum Zeit für Heimweh. Ich wünsche meiner Familie und meinen Freunden in Deutschland frohe Weihnachten. Ich hoffe, ihr hattet ein großartiges Jahr. Maira Scheumann

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