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14:35 18.05.2017
Kinder brauchen Hilfe im Trauerfall. foto: Kostia – Fotolia.com

18.05.2017


Hannover. Wenn ein geliebter Mensch verstorben ist, erleben Kinder diesen Verlust häufig anders als die Erwachsenen – und sie trauern auch anders. Aus diesem Grund sollte den Kindern die Gelegenheit gegeben werden, genau so Abschied zu nehmen, wie es ihnen auch gut tut. Daher ist es auch empfehlenswert, den Kindern den Ablauf einer Beerdigung und Trauerfeier vorher zu erklären. So kann das Kind dann selber entscheiden, ob es dabei sein möchte oder lieber nicht. Allerdings rät Trauerbegleiterin Ramona Lersch dazu, Kinder ab einem Alter von etwa sechs Jahren an der Beisetzung und Trauerfeier teilnehmen zu lassen. Denn der Gedanke, dass Kinder durch eine frühe Beschäftigung mit dem Tod einen seelischen Schaden erleiden, ist längst überholt.

Wichtig ist es auch, die Kinder in die Vorbereitungen mit einzubeziehen, damit sie den Abschied auch altersgemäß erleben können. Es bietet sich daher an, dass die Kinder einfach nur ein Bild malen, dass dann mit in den Sarg gelegt wird oder sie bei der Lieder- und Musikauswahl helfen. Weiter besteht die Möglichkeit, unter Anleitung einer Kunsttherapeutin den Sarg oder die Urne gemeinsam zu gestalten. Etwas schwieriger könnte es im Alter der Pubertät werden. Oft können junge Menschen den Verlust von nahestehenden Personen sehr schwer bewältigen und werfen sich oft vor, an dem, was passiert ist, selber Schuld zu sein oder mit dem Verstorbenen viel zu wenig Zeit verbracht zu haben.


„Kinder ab etwa sechs Jahren können an der Trauerfeier teilnehmen“

Ramona Lersch Trauerbegleiterin


Daher ist es nicht unüblich, dass Kinder und Heranwachsende Hilfe bei der Trauerbewältigung brauchen. Dies ist vor allem wichtig, damit sie nach einem Verlust eines Elternteils, eines Geschwisterkindes oder eines anderen nahestehenden Menschen wieder zu einem Neubeginn finden können. Oft hilft es schon, wenn sich die Trauernden mit Gleichaltrigen in ähnlichen Situationen austauschen oder etwas gemeinsam unternehmen. Genau dafür gibt es seit 2009 das „Löwenzahn“- Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche, Podbielskistraße 311. Neben den aktuell rund 70 Kindern und Jugendlichen werden aber auch die Erwachsenen betreut. Dafür stehen unter anderem eine Traumapädagogin, eine Puppenspielerin sowie Heilpraktikerinnen für Psychotherapie zur Trauerbewältigung zur Verfügung.

Zusätzlich bietet das Zentrum auch Workshops und Fortbildungen für all diejenigen an, die in ihrem beruflichen Umfeld Kontakt zu trauernden Kindern und Jugendlichen haben. Ganz besonders kümmert sich auch das Bestattungsunternehmen Wiese, Baumschulenallee 32, um trauernde Kinder und Jugendliche. Weitere Wiese-Filialen gibt es vier Mal in Hannover. red/lo


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