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Home Sonderthemen Hannover Das Problem mit dem Insulin
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09:22 18.05.2017
Patienten mit einem Typ-1-Diabetes müssen täglich Insulin spritzen, da der Körper kein eigenes Insulin mehr produziert. Foto: Dmitry Lobanov / Fotolia
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München. Diabetes ist längst nicht mehr eine reine Alterserscheinung. Blutzucker messen, Insulin spritzen, Broteinheiten zählen – das sieht man heutzutage nicht nur bei Senioren. Auch die Zahl der diabeteskranken Kinder und Jugendlichen steigt seit Jahren an. Laut dem Helmholtz Zentrum München ist der sogenannte Typ-1-Diabetes (auch juveniler Diabetes) sogar die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter und macht mittlerweile etwa 5 Prozent aller Diabetes-Erkrankungen aus. Mehr als 20 000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind von dieser Stoffwechselstörung betroffen. Man geht dabei von einer genetischen Veranlagung aus. Aber auch weitere Umweltfaktoren spielen eine Rolle.

„Honigsüßer Durchfluss“ heißt Diabetes mellitus übersetzt. Der Name beschreibt eines der augenscheinlichsten Symptome der Krankheit, die hohe Konzentration von Zucker im Urin. Sie entsteht, weil Zucker nicht in ausreichendem Maß in die Zellen gelangen kann und daher nicht für den Stoffwechsel zur Verfügung steht.

Insulin ist unverzichtbar für den Stoffwechsel

Am häufigsten wird jedoch der Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Dieser tritt meist erst im Erwachsenenalter auf, allerdings verschiebt sich das Alter der Erstdiagnose mehr und mehr hin zu jüngeren Jahrgängen, teilt das Helmholtz Zentrum mit. Kinder und Jugendliche sind daher durch Übergewicht und Bewegungsmangel immer mehr gefährdet, diesen Typ der Erkrankung im Laufe ihres Lebens zu erwerben. Typ-2-Diabetes kann in vielen Fällen verhindert werden. Schon relativ kleine Änderungen des Lebensstils reichen oft aus, um das Erkrankungsrisiko signifikant zu senken.

Übergewicht ist größter Risikofaktor

Beim gesunden Menschen produziert die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin, das den Zuckermolekülen im Blut den Zugang zu den Zellen ermöglicht. Bei Typ-2-Diabetes wird zwar im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes genügend Insulin produziert, doch die Zellen sprechen nicht mehr ausreichend auf das Hormon an.

Dem Deutschen Diabetikerbund zufolge haben 90 Prozent der Typ-2-Diabetiker deutliches Übergewicht. Übergewicht und mangelnde Bewegung sind daher nach Ansicht der Experten auch der Grund, warum der früher „Altersdiabetes“ genannte Typ 2 heutzutage in immer jüngeren Jahren diagnostiziert wird. Als Maß für das Diabetesrisiko wird deshalb auch der sogenannte Body-Mass-Index (BMI) herangezogen. Daneben spielt aber auch der Taillenumfang eine wichtige Rolle. Das Helmholtz Zentrum München weist darauf hin, dass Männer mit einem Taillenumfang von über 102 cm ein 3,4-fach höheres Diabetesrisiko als Männer haben, deren Taillenumfang im Normalbereich (unter 94 cm) liegt.

Gewichtsreduktion, ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung sind daher die wichtigsten Punkte zur Vorbeugung, aber auch zur Behandlung von Typ-2-Diabetes.  dbp/fru

www.diabetesinformationsdienst-muenchen.de
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